Bewegung und Krebs

Wer erkrankt an Krebs?

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Krebserkrankungen drastisch angestiegen. Beinahe im Minutentakt wird die Diagnose Krebs gestellt. Schätzungen gehen für das Jahr 2016 von 500.000 Neudiagnosen aus – vor etwa 25 Jahren waren jährlich rund 100.000 Menschen weniger betroffen. Begründen lässt sich der enorme Anstieg der Krebsdiagnosen mit dem zunehmend steigenden Durchschnittsalter der Bevölkerung und den Krebsvorsorgeprogrammen, die eine frühzeitige Diagnosestellung ermöglichen. Kinder und Jugendliche sind eher selten von einer Krebserkrankung betroffen. Die meisten Menschen, die in ihrem Leben an Krebs erkranken, erhalten die Diagnose zwischen dem 50. und dem 60. Lebensjahr.

Was sind die am häufigsten auftretenden Krebsarten?

Männer und Frauen erkranken an grundverschiedenen Krebsarten. Während bei Frauen am häufigsten Brustkrebs diagnostiziert wird, erhalten Männer vorrangig die Diagnose Prostatakrebs. Der Brustkrebs bei Frauen tritt mit etwa 30 Prozent als eine der am stärksten vertretenen Krebserkrankungen überhaupt auf. Abgesehen von den geschlechtsorientierten Krebsarten, gilt die Entartung der Darmschleimhautzellen als gleichermaßen häufigste Diagnose bei Frauen und Männern.

Was ist der Grund für die Entstehung von Krebs?

Der menschliche Organismus verfügt über Kontrollmechanismen, die das Wachstum der Zellen und deren Funktionen permanent überwachen. Die Steuerung der Kontrollorganismen lässt sich mit dem Betriebssystem eines Computers vergleichen. So sind die Kontrollmechanismen in der Lage, mittels einer zentralen Steuerung über die Gene, die Funktion jeder einzelnen Zelle abzurufen.

Die einzelnen Zellen sind jeweils in einem Zellverbund integriert und kontrollieren sich innerhalb dieses Verbundes untereinander, während sie gleichzeitig Informationen austauschen, die für den Körper und insbesondere für den Energiestoffwechsel, die Eiweißproduktion und die Funktionen der Zellen von Bedeutung sind. Um eine reibungslose Kommunikation untereinander zu gewährleisten, machen sich die einzelnen Zellen sogenannte Botenstoffe bzw. Hormone zunutze. Dabei ist selbst eine Kommunikation über größere Entfernungen möglich. Die Zellen der verschiedenen Zellverbunde (Organe) weisen eine unterschiedliche Resistenz im natürlichen Alterungsprozess und im Zusammenhang mit Giftstoffen auf.

Auch in ihrer Lebensdauer unterscheiden sich die Zellen wesentlich voneinander. Während Herzzellen und Leberzellen meist mehrere Jahrzehnte überdauern oder sogar ein Leben lang erhalten bleiben, beträgt die Überlebenszeit roter Blutkörperchen im Durchschnitt gerade einmal 120 Tage. Für die menschlichen Schleimhautzellen, die Haut- und Blutzellen ist es besonders wichtig, dass sich jene Zellen mit kurzer Lebensdauer in regelmäßigen Abständen regenerieren. Während der Regenerierungsphase teilen sich die Zellen.

Ein permanenter Prozess, der besonders für solche Zellen wichtig und biologisch sinnvoll ist, die den verschiedenen Umweltgiften ausgesetzt sind oder anderweitig stark beansprucht werden, wie beispielsweise die Hautzellen. Würden sich Zellen, die den Umweltgiften ausgesetzt sind nicht ständig erneuern, wäre ein hohes Risiko einer Entartung zu Krebszellen gegeben.

Konkret handelt es sich dabei um die Schleimhautzellen in der Lunge, im Magen- und im Darmbereich, im Mundraum, der Haut und in der Blase. Allerdings ist bei einer Zellteilung auch das Risiko einer fehlgesteuerten Teilung gegeben, die wiederum der Entstehung von Krebszellen vorausgeht. Gesunde Zellen bleiben im Zellverbund bestehen, während Krebszellen den gesamten Kontrollmechanismen aus dem Gleichgewicht bringen.

Wie entsteht Krebs?

Krebs resultiert aus einem Überschuss körpereigener Zellen. Das komplexe Funktionssystem des Körpers sieht eine Zellteilung und ein damit einhergehendes Zellwachstum nur dann vor, wenn neue Zellen benötigt werden. Bei einer übermäßigen Zellteilung teilen sich die betroffenen Zellen nicht nur unkontrolliert, sondern entziehen sich gleichermaßen der Kontrolle ihres Zellverbundes.

Aus der unkontrollierten Zellteilung entwickelt sich wiederum eine übermäßige Gewebeneubildung. Die Zellen, die ursprünglich auf wichtige Funktionen wie die Flüssigkeitsaufnahme von darmeigenen Schleimhautzellen und der Abwehr weißer Blutkörperchen ausgerichtet sind, verlieren ihre Funktion. Doch wie kann es dazu kommen?

Die Ursache für die Entstehung von Krebs lässt sich folglich darauf zurückführen, dass die Zellen ihre Energie nicht mehr für ihre ursprünglich vorgesehenen Funktionen aufwenden, sondern sich stattdessen auf das Wachstum der Wucherungen fixieren. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Krebszellen unentwegt teilen, ermöglicht ihnen das ungehinderte Überwinden der Zellverbundgrenzen. Denn für die Kontrollmechanismen des Körpers sind die Krebszellen aufgrund ihrer enormen Geschwindigkeit nicht mehr wahrzunehmen.

Kommt es nun in anderen Körperbereichen zur Bildung von Tochtergeschwülsten, werden die Wucherungen als bösartig eingestuft. Die Tochtergeschwülste werden in der Medizin auch als Metastasen bezeichnet. Aus den vom Krebs veränderten körpereigenen Zellen entwickeln sich Tumorzellen, die typische Merkmale aufweisen:

Neben der unkontrollierten Zellteilung sind die externe Zellregulierung und die ursprünglich vorgesehenen Funktionen der Zellen nicht mehr möglich. Die Zellen nehmen, mit der Bildung neuer Gefäße, die sie für die Nährstoffversorgung benötigen, Einfluss auf das angrenzende Gewebe, das sogenannte Mikroumfeld. Darüber hinaus greifen die Krebszellen massiv in das Nachbargewebe ein und entziehen sich dabei wirksam der Reaktion des körpereigenen Immunsystems.

Was ist ein Tumor?

Der Fachbegriff für Krebs ist „Tumor“. Wobei es sich bei einem Tumor nicht zwangsweise um Krebs handeln muss. Die Bezeichnung Tumor kommt aus dem Lateinischen und beschreibt vordergründig die Zunahme eines Gewebevolumens. Erst wenn im Zusammenhang mit dem Begriff Tumor der Zusatz „maligner“ fällt, handelt es sich um ein bösartiges Geschwulst. Bei einem gutartigen Geschwulst bekommt der Begriff Tumor stattdessen den Zusatz „benigner“. Im Gegensatz zu bösartigen Tumoren streuen die Zellen gutartiger Tumore nicht in das benachbarte Gewebe. Gutartige Tumore lassen sich meist problemlos entfernen und stellen für die betroffenen Personen keine lebensbedrohliche Situation dar.

Welche Ursachen sind für die Entstehung von Krebs verantwortlich?

Personen, die über einen längeren Zeitraum regelmäßig Tabakzigaretten rauchen, erkranken häufig an Lungenkrebs. Dies lässt sich auf das Altern der Lungenbläschenzellen und die reduzierte Funktion der Zellen zurückführen. Die Folge ist eine Entartung der Zellen. Die Ursache für die Entstehung von Krebs lässt sich also auf die mitunter stark eingeschränkte Funktion der körpereigenen Reparaturmechanismen zurückführen, die den Zellverbund nicht mehr effektiv vor Giftstoffen schützen können.

Ein weiteres Beispiel ist der Konsum von hochprozentigem Alkohol, der im Kontakt mit der Speiseröhre, der Mund-, Rachen- und Magenschleimhaut zu direkten toxischen Effekten führt und damit das Risiko einer Krebserkrankung deutlich erhöht. Bei Nikotin und Alkohol handelt es sich um Zellgifte, die im kombinierten Konsum zu massiven Schäden führen können.

Aber auch andere Zellgifte wie die Aflatoxine, die von Schimmelpilzen gebildet werden und besonders häufig in Erdnüssen, Weizen- und Maisprodukten zu finden sind, können die Entstehung von Krebs begünstigen. Aflatoxine schädigen insbesondere die Leber und können bei häufigem Konsum Aflatoxin belasteter Lebensmittel zu Magenkrebs führen.

Wie können UV- und andere Strahlungen Krebs verursachen?

Die Haut ist als größtes menschliches Organ der ultravioletten Strahlung der Sonne (UV-Strahlung) schutzlos ausgeliefert. Wenn es durch die Strahlung zur direkten Zellschädigung kommt, entsteht Hautkrebs. Um so wichtiger ist es, bei körperlichen Aktivitäten im Freien und besonders bei einem Aufenthalt am Strand oder einem Skiurlaub in verschneiten Berglandschaften auf wirkungsvollen Sonnenschutz zu achten. Betroffen sind vor allem Menschen mit einem hellen Hauttyp, denn bei sehr hellhäutigen Menschen fehlt die für den Lichtschutz der unteren Hautschicht benötigte Pigmentfarbe.

Um das Hautkrebsrisiko zu reduzieren, sollte die Mittagssonne gemieden und bei Aufenthalten im Freien eine Sonnenschutzcreme mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor aufgetragen werden. Die in Sonnenschutzcreme enthaltenen Mikropartikel reflektieren die UV-Strahlung und senken damit das Hautkrebsrisiko.

Neben der UV-Strahlung können auch Röntgenstrahlungen massive Zellschäden verursachen. Bei Patienten, die sich im Rahmen medizinischer Behandlungen regelmäßigen Röntgenuntersuchungen unterziehen müssen, besteht ein erhöhtes Risiko einer Krebserkrankung. Dasselbe gilt für Menschen, die in Kernkraftwerken radioaktiven Strahlungen ausgesetzt sind. Ein weiterer Risikobereich für erhöhte Strahlung ist der Arbeitsalltag von Chirurgen und Kardiologen.

Doch die Gefahr beschränkt sich keinesfalls nur auf die genannten Bereiche. Vielen Menschen, die in höher gelegenen bergigen Regionen leben, ist nicht bewusst, dass sie dort einer erhöhten Sonnen- und Erdstrahlung ausgesetzt sind. Selbst beim Fliegen besteht aufgrund der erhöhten Strahlenexposition ein erhöhtes Risiko. Wobei das Risiko der Strahlenbelastung hier bei Transatlantikflügen deutlich höher ist.

Dass eine hoch dosierte und akute Strahlenschädigung unweigerlich zum Tode führt, ist seit dem Reaktorunglück in Tschernobyl und den über Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Atombomben weitläufig bekannt. Durch erhöhte Strahlungen verursachte Krebserkrankungen treten zudem häufig als Spätfolgen auf. Wobei diese wiederum der erhaltenen Strahlendosis und der Funktion der individuellen Reparaturmechanismen des Körpers unterliegen.

Die folgenden Ursachen können sowohl Krebserkrankungen begünstigen als auch als Auslöser für Krebserkrankungen in Betracht gezogen werden:

  • Rauchen
  • Alkoholkonsum
  • UV-Strahlung
  • Röntgen- und Nuklearstrahlung
  • Virusinfektionen wie HIV, Hepatitis C und B, HPV und H5V2
  • Sexualhormone
  • erbliche Veranlagungen
  • Übergewicht und unzureichende körperliche Aktivität
  • Zellgifte
  • Umweltgifte
  • ungünstige Zubereitungsarten von Speisen wie Pökeln und Grillen
  • Diabetische Stoffwechsellage

Wie entsteht Krebs?

Durch fehlende Hemmung und unkontrollierte Zellteilung vermehrt sich eine Krebszelle anfangs nur lokal. Durch das ungebremste Zellwachstum wächst der Krebszellen-Verbund jedoch rasch in umliegendes Gewebe ein. Die gesunden Zellen werden verdrängt und die Grenzen des umgebenden Gewebes verlassen. Diesen Vorgang nennt man „krebsartige“ Ausbreitung.

Lösen sich Krebszellen aus dem Zellverband, können sie über die Lymphbahnen weiter transportiert werden. So dringen Krebszellen auch in andere Gewebe vor, wie zum Beispiel in angrenzende Lymphknoten. Lymphknoten sind Teil des Abwehrsystems des Körpers. Es handelt sich um kleine, rundliche Knötchen, die körpereigene Abwehrzellen vorrätig halten. Die Absiedelung von Krebszellen in einem Lymphknoten bezeichnet man als „Lymphknotenmetastase“.

Wie breitet sich Krebs aus?

Haben es Krebszellen einmal in einen Lymphknoten geschafft, steht ihrer Ausbreitung über den Blutkreislauf nichts mehr im Wege. Die Ausbreitung in andere Organe ist nun nur noch eine Frage der Zeit. Zwar sterben unzählige Tumorzellen auf ihrem Weg ab oder werden durch das Immunsystem bekämpft, doch es genügen einige wenige überlebende Zellen für eine weitere Ausbreitung.

Die Absiedelung eines bösartigen Tumors in andere Körperregionen wie Brustdrüsen, Dickdarm, Prostata oder in die Knochen bezeichnet man als „Metastasen“. So ist eine Fernabsiedelung von Brustkrebszellen auf dem Weg über die Blutbahnen in die Knochen nicht unüblich. Tumorzellen aus dem Magen-Darmtrakt hingegen siedeln sich auch gerne in der Leber an und bilden neue Metastasen. Mit jeder Metastase werden die betroffenen Organe in ihrer Funktion geschwächt.

Wie lässt sich Krebs behandeln?

Zwar richtet sich eine Krebstherapie immer auf die jeweilige Tumor-Art aus, jedoch lassen sich dennoch einige Standard-Therapien wie Immuntherapie, Antikörpertherapie, Hormontherapie, Operation, Chemotherapie oder Strahlentherapie beschreiben. Die Therapieformen kommen einzeln oder auch in einer Kombination zum Einsatz.

Das Ziel jeder Therapieform ist es, den Tumor sowie seine Absiedlungen möglichst zur Gänze zu entfernen. Wachsen Tumore zu schnell, als dass man sie gezielt eliminieren könnte, lassen sich verbleibende Krebszellen durch eine Bestrahlung abtöten. Eine Chemotherapie ist ebenfalls ein Mittel um Tumorzellen im gesamten Körper zu beseitigen. Häufig wird sie in Kombination mit anderen Therapieformen eingesetzt.

Im schlechtesten Fall werden Krebszellen vom Immunsystem ignoriert, da sie als körpereigene Zellen wahrgenommen werden. Bei einer Immuntherapie wird versucht, solche Krebszellen durch spezielle Verfahren für das körpereigene Abwehrsystem zu „enttarnen“. So kann das Immunsystem die Tumorzellen erkennen und bekämpfen.

Bei einer Antikörpertherapie, die man zum Beispiel bei Brustkrebs anwendet, wird das ungebremste Wachstum der Krebszellen gehemmt. Antikörper zielen auf spezifische Merkmale an der Oberfläche von Krebszellen ab um diese anzugreifen. Chemotherapien in Kombination mit Antikörpern sollen weniger belastend sein.

Welche Nebenwirkungen kann eine Krebs-Therapie mit sich bringen?

Krebszellen sind mutierte körpereigene Zellen. Dementsprechend schwer bis unmöglich ist eine gezielte Vernichtung von Krebszellen ohne Beschädigung gesunder Zellen. Jede Therapieform tötet nach ihrer Art also nicht ausschließlich Tumor-Zellen ab.

Nebenwirkungen treten besonders bei Organen auf, die von Natur aus eine schnellere Zellteilung benötigen. Haarzellen, Blut, Darmschleimhaut und Mundschleimhaut sind somit besonders stark von einer Chemotherapie betroffen. Es kann aber auch zu Schädigungen des Nervensystems sowie der Herzmuskulatur kommen. Eine solche Schadwirkung kann auch verzögert auftreten. Herzmuskelschwäche kann somit beispielsweise eine Nebenwirkung einer Strahlentherapie oder einer Chemotherapie gegen Lungenkrebs sein.

Heutige Krebstherapien bringen leider noch immer eine Vielzahl möglicher Nebenwirkungen mit sich: Ein verändertes Körpergefühl, Veränderungen des Geschmackssinns, Verringerte Leistungsfähigkeit, Antriebslosigkeit und Dauer-Müdigkeit (Chronisches Erschöpfungssyndrom), Appetitlosigkeit, Abnahme der Muskelmasse, Trockene Schleimhäute, Osteoporose (Knochenschwund), Probleme mit der Koordination, verringertes Selbstvertrauen, Psychische Probleme wie Depressionen, Schlafstörungen und Angst-Zustände gehören zu den möglichen Nebenwirkungen einer solchen Behandlung. Insgesamt lässt sich von einem allgemeinen Verlust der Lebensqualität sprechen, der jedoch bei jeder Patientin und jedem Patienten unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.

Chemotherapie-Patienten bemerken oftmals Empfindungsänderungen und Verlust der Sensibilität in Fuß- und Fingerspitzen sowie den Unterschenkeln. Diese Probleme verschwinden üblicherweise innerhalb des ersten Jahres nach einer solchen Therapie. Nur selten bleiben die Beschwerden permanent.

Was ist das Chronisches Erschöpfungssyndrom (Fatigue-Syndrom)?

Oft klagen Krebs-Patienten über Dauer-Müdigkeit. Etwa 80 Prozent der Patienten leiden aufgrund einer Strahlen- oder Chemotherapie am sogenannten „Fatigue-Syndrom“. Dieses tritt teils auch nicht gleich nach einem Therapietag auf. Solche Müdigkeitserscheinungen können auch noch lange nach einer Therapie anhalten. Immerhin über 30 Prozent der Krebs-Patienten leiden noch Jahre nach einem Behandlungs-Ende an Antriebslosigkeit und Abgeschlagenheit.

Die anfängliche Antriebslosigkeit und Erschöpfung führt rasch zu einer verminderten körperlichen Ausdauer sowie zu einer geringeren allgemeinen Belastbarkeit. Aus der reduzierten Aktivität resultiert eine Reduktion der Muskelmasse und in Folge dessen eine noch schlechtere körperliche Belastbarkeit. Es ist eine Abwärts-Spirale, die zu einer fortwährenden Verschlechterung des Allgemeinzustandes führt und aus der man sich nur schwer wieder befreien kann.

Diese anhaltende Dauer-Erschöpfung stellt eine Herausforderung dar, der man möglichst früh entgegenwirken sollte. Therapeuten helfen ihren Patienten durch eine eigens ausgearbeitete Bewegungs- und Sporttherapie, gegen das Fatigue-Syndrom vorzugehen und die Abwärtsspirale zu bekämpfen.

Problematisch dabei ist, dass sich ein Fatigue-Syndrom vom Arzt nur schwer diagnostizieren lässt. Nervenleitfähigkeit, elektrische Hirnleistung und viele andere messbare Körperfunktionen sehen bei Tests ganz normal aus. Betrachtet ein nicht spezialisierter Arzt lediglich die Ergebnisse der üblichen Tests, ist der Patient gesund. Dennoch klagen die Patienten über Symptome. Es gilt für den Arzt also, die beschriebenen Probleme wie Müdigkeit, eingeschränktes Denkvermögen und rasche Erschöpfbarkeit mit einer teils Jahre vorher abgeschlossenen Krebs-Therapie in Verbindung zu setzen. Auch Tests des Herz-Lungen-Systems sowie der kognitiven Reaktionen können Aufschluss geben.

Aufgrund einer falschen Diagnose wird Patienten immer wieder geraten, der Erschöpfung durch mehr Ruhe und verringerte Aktivitäten entgegen zu wirken. Im Falle eines Fatigue-Syndroms kann das fatal sein, da sich die Symptome nur noch weiter verschlimmern. Das genaue Gegenteil, ein angepasstes Fitness-Training, wäre hier die beste, wenn nicht sogar die einzige anzuratende Behandlung. Dazu gehören sowohl ein Ausdauertraining, wie auch eine kognitive Verhaltenstherapie.

Ist regelmäßige körperliche Aktivität wirksam gegen die Entstehung von Krebs?

Regelmäßiges körperliches Training ist unserer Gesundheit ohne Frage sehr zuträglich. Der Energie-Stoffwechsel wird gefordert, diverse Stofftransporte werden gefördert und die Gefahr der Entwicklung vieler Krankheiten sinkt drastisch.

Benutzen wir unsere Muskeln, werden Zucker und Fettsäuren als Energiequellen verbraucht. Belastet man die Muskeln regelmäßig, bauen wir nicht nur Muskelmasse auf, der Körper beginnt auch, Verbrauch und Transport dieser Stoffe in unserer Muskulatur zu verbessern.

Das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse erzeugt wird, hat die Funktion, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu schleusen. Regelmäßiges Training führt dazu, dass mehr Zucker durch die Zellmembranen gelangt. In Folge senken sich Fettsäurespiegel und Blutzucker. Das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken sinkt durch regelmäßiges Fitness-Training deutlich.

Wieviel Einfluss hat das Gewicht auf die Entstehung von Krebs?

Regelmäßiges körperliches Training wirkt sich auch auf unser Körpergewicht aus. Während die Muskelmasse zunimmt, schwinden die Fettpölster. Das Körpergewicht stabilisiert sich, der Stoffwechsel wird aktiver und die Fettzellen schrumpfen.

Ein Erwachsener besitzt je nach Körperfülle zwischen 40 und 120 Milliarden Fettzellen. Diese sind nicht nur Energiespeicher, sie produzieren unter anderem auch Hormone, diverse Botenstoffe sowie Entzündungsstoffe. Besonders große Fettzellen gelten daher als Entzündungsfaktoren. Schrumpfen diese Zellen aufgrund von regelmäßigem Trainieren, schütten sie auch weniger Entzündungshormone ins Blut aus.
Zu den durch Fettzellen produzieren Entzündungsstoffen zählen beispielsweise Interleukin-6, ein zentraler Regulator für Entzündungsreaktionen im Körper oder auch der sogenannte Tumornekrosefaktor (TNF-α), der Krebszellen zum Absterben bringen kann. Derzeit ist es noch nicht gänzlich geklärt, wie das Zusammenspiel aus hemmenden und fördernden Entzündungsstoffen tatsächlich funktioniert. Bekannt ist jedoch bereits, dass das Risiko an Krebsarten wie Prostatakrebs, Brustkrebs oder Darmkrebs zu erkranken für Typ-2-Diabetiker mit Übergewicht höher ist, als für körperlich aktive, schlanke Menschen.

Bei übergewichtigen Menschen sind diverse Zellfunktionen verändert, wodurch sich das Krankheitsrisiko für diverse Stoffwechselerkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall und mehr deutlich anhebt. Übergewicht ist jedoch auch ein Risikofaktor für Krebserkrankungen wie Brustkrebs, Gebärmutterkrebs, Nierenkrebs oder Dickdarm-Krebs.

Wie wirkt sich körperliche Aktivität auf das Immunsystem und Krebszellen aus?

Unser Immunsystem hat die Aufgabe, unseren Körper vor allerlei Gefahren zu verteidigen. Diese Gefahren können Eindringlinge von außen wie Bakterien und Viren aber auch Gefahren von innen wie zum Beispiel Krebszellen sein. Die Abwehr gegen Krebszellen erfolgt hauptsächlich durch NK-Zellen, T-Lymphozyten wie zum Beispiel Cytotoxische T-Zellen oder T-Helferzellen, Granulozyten und Makrophagen.

Indirekt tragen die T-Helferzellen zur Beseitigung von Krebszellen bei. Sie produzieren Zytokinen wie zum Beispiel Interferon und aktivieren so Makrophagen und NK-Zellen, die wiederum die Vernichtung der Krebszellen übernehmen.

Die größte Bedeutung in der aktiven Bekämpfung von Tumorzellen wird den NK-Zellen, den sogenannten Killerzellen, angerechnet. NK-Zellen können Krebszellen von normalen Zellen selbstständig unterscheiden und bekämpfen. Ebenso vermögen Cytotoxische T-Zellen, Tumorzellen eigenständig zu erkennen und zu eliminieren.

Durch Training kann man das Immunsystem ankurbeln und so auch Aktivität und Zahl der NK-Zellen steigern. Körperliches Training ist somit auch eine aktive Vorbeugung gegen Krebs.

Wie kann eine trainierte Muskulatur dem Krebs entgegenwirken?

Es ist noch nicht so lange her, dass man das Bild, das wir von der Muskulatur als reines Bewegungsorgan hatten, überdenken musste. Muskeln, das weiß man nun, sind selbst sehr aktiv am Stoffwechsel beteiligt. Beim Training setzt unsere Muskulatur laufend Botenstoffe frei. Bei jeder Belastung eines Muskels sendet die Skelettmuskulatur sogenannte „Myokine“ als Botenstoff über den Blutkreislauf an andere Organe. Dazu gehören unter anderem auch Darmwand und Brustdrüse. Beim Muskeltraining nimmt unsere Muskulatur somit direkten Einfluss auf das Zellwachstum und auf die Bildung von gutartigen wie auch bösartigen Zellen.

Zudem bildet die Muskulatur spezielle Myokine, „Secreted protein acidic and rich in cysteine“, kurz SPARC. Dieser sogenannte „SPARC-Faktor“ ist mitverantwortlich für Zell-Wachstum und Zellteilung. Bei Belastung der Muskeln wie beispielsweise beim Training, werden diese Eiweiße in die Blutbahnen ausgeschüttet. SPARC vermag zum Beispiel, das Zell-Wachstum von Krebszellen im Darm zu hemmen. Regelmäßige, nicht übertriebene Aktivität fördert die SPARC-Ausschüttung. Das wiederum hilft, das Zellwachstum von Krebszellen im Darm und damit die Bildung von Polypen zu hemmen. So können Adenome, die Vorstufen des Darmkrebses, alleine durch körperliche Aktivität verhindert werden. Ebenso dürfte körperliche Aktivität die Zellteilung von Brustkrebs-Zellen hemmen. Auch das wurde bereits durch Studien belegt.

Kann man Krebs durch körperliche Aktivität vorbeugen und bekämpfen?

Unser aktuelles Verständnis zu diesem Thema ist leider noch lückenhaft und kratzt nur an der Oberfläche. Die Wissenschaft geht derzeit davon aus, dass durch Beanspruchung der Muskulatur und durch körperliches Training, Gene für die Normalisierung und das Reparieren des Zellzyklus ein- oder auch ausgeschaltet werden.

Unser Immunsystem kann Krebs effektiv vorbeugen und in seinen Anfangsstadien bekämpfen. Durch Training lässt sich das Immunsystem stärken, so dass es um ein Vielfaches effektiver arbeitet. Manche Botenstoffe, die die Reparatur und Bekämpfung von schadhaften Zellen einleiten oder begünstigen, werden erst bei körperlicher Aktivität ausgeschüttet. Zusätzlich bekämpft man mit körperlicher Aktivität diverse Risikofaktoren und senkt somit gleichzeitig das Krebsrisiko.

Dass körperliche Aktivität gesund und wichtig ist, wussten wir ja bereits. Dass sich durch regelmäßiges Training aber sogar die Entstehung von Tumoren tatsächlich unterbinden lässt, ist vielen noch neu.

Kann Krebs vererbt werden?

Gene sind die Träger von Erbinformationen, die durch Reproduktion an unsere Nachfahren weitergegeben werden. Desoxyribonukleinsäure, kurz DNS oder im Englischen DNA genannt, beinhaltet Informationen für Zellwachstum, Zellfunktionen und Zellteilung. Die DNS ist im Normalzustand in Form einer Doppelhelix aufgebaut in der unser genetischer Code gespeichert ist. Durch eine Schädigung bzw. Veränderung dieses genetischen Codes, ändern sich auch die gespeicherten Informationen oder die Informationen sind nicht mehr vollständig. So können Zellen entarten und es entstehen Tumorzellen.

Unser Körper ist natürlich nicht hilflos gegenüber Zellschäden. Der menschliche Körper verfügt über die Möglichkeit der DNS-Reparatur, mit deren Hilfe Veränderungen aufgespürt und beseitigen werden kann. Sogenannten Suppressor-Gene oder Reparatur-Gene bewirken die Aufhebung einiger Defekte, bei der Zellteilung oder dem Zellwachstum. Täglich müssen in unserem Organismus über 100.000 DNS-Schäden repariert werden. Darum existieren verschiedene Reparatur-Mechanismen für unterschiedliche Schäden der DNS. Übeltäter sind beispielsweise Viren, Strahlung und diverse Schadstoffe, die durchs Rauchen, über die Luft, die Nahrung, unsere Kleidung, etc. in unseren Körper gelangen.
Je älter unsere Zellen werden, umso anfälliger sind sie für Defekte. Das Alter hat leider auch negative Auswirkungen auf die verschiedenen Reparaturmechanismen des menschlichen Körpers. Folglich nehmen Krebserkrankungen im höheren Alter, besonders zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr, deutlich zu. An erblich bedingten Krebsarten wie Darm-, Eierstock- oder Brustkrebs kann man auch bereits in jungen Jahren erkranken. Hierbei liegt eine Genveränderung bereits von Geburt an im Organismus. Es handelt sich meist um jene Gene, die die Zellreparatur oder die Kontrolle des Zellzyklus innehaben. Deren Funktion ist dann eingeschränkt oder sogar komplett lahmgelegt. Genetisch bedingte Zellschäden häufen sich so mit jedem Lebensjahr und der Krebs ist vorprogrammiert. Erblich bedingter Darmkrebs, zeigt sich bereits mit 20-30 Jahren. Besteht ein Defekt der Reparaturgene, so erkranken etwa 60-80 Prozent der betroffenen Frauen an Eierstock- und/oder Brustkrebs.

Welche Krebsarten gibt es?

Erbgutschäden betreffen alle Gene, weshalb sich auch schon in jungen Jahren verschiedenste Tumorarten entwickeln können.
Karzinome: Ein Karzinom ist die häufigste Krebsform, die von Zellen der Haut oder der Schleimhaut ausgeht. Dazu zählen Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs, Lungenkrebs, Magenkrebs, Nierenkrebs und Blasenkrebs.
Sarkome: Sarkome sind bösartige Tumore, die von Bindegewebe, Knochen, Knorpel, Muskulatur, Niere, Nebennierenrinde sowie Lymphgefäßen und Blutgefäßen ausgehen und überwiegend über die Blutgefäße metastasieren.
Leukämie: Leukämie ist eine Erkrankung des blutbildenden oder lymphatischen Systems. Es ist ein Defekt der weißen Blutzellen und geht einher mit einer stark vermehrten Bildung funktionsunfähiger weißer Blutzellen.
Lymphom: Ein Lymphom ist eine Erkrankung des menschlichen Lymphgewebes. Es ist eine Vergrößerung eines oder mehrerer Lymphknoten.
Multiples Myelom: Hierbei handelt es sich um entartete Plasmazellen, die vermehrt Antikörper produzieren.
Melanom: Das Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist ein bösartiger Tumor der Pigmentzellen. Er neigt dazu, früh zu metastasieren.

Kann Krebs durch eine falsche Ernährung entstehen?

Gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung verschiedener Krankheiten. Da ist es nicht verwunderlich, dass häufig falsche Ernährung für viele Krebserkrankungen verantwortlich gemacht wird. Aufgrund der mannigfaltigen Mischung der Ernährung mit all den verschiedenartigen Inhaltsstoffen, sowie der nicht zu vernachlässigenden Belastung durch diverse Umweltgifte, ist eine fundierte Folgerung nicht einfach.
Einerseits reduziert der Konsum ungesättigter Fettsäuren, wie sie vermehrt in Fisch vorkommen, das Risiko für solide Tumore. Andererseits sind ebendiese fettreichen Fische leider häufig mit Quecksilber belastet. Dadurch wird der positive Effekt der ungesättigten Fettsäuren auf den Körper vermindert.
Viren, wie sie in nicht durchgegartem Rindfleisch zu finden sind, könnten auch eine nicht unwesentliche Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs spielen. Wird Fleisch zu lange und zu heiß erhitzt, so dass sich stellenweise dunkle Stellen zeigen, sind möglicherweise enthaltene Keime abgetötet. Auf dem Fleisch aber haben sich nun krebserregende Stoffe gebildet, die in die Darmwand eindringen können. Hier muss darauf geachtet werden, das Fleisch zwar gut durchzugaren, aber es nicht verkohlen zu lassen.
Verschiedene Studien zeigen, dass Alkohol einen negativen Einfluss auf die Entstehung von Krebs hat. Auch der Verzehr von stark verarbeiteten Fleisch- und Wurstwaren aus rotem Fleisch, hat negative Einflüsse. Sogar das, bei der Verarbeitung dem Schweinefleisch oder Rindfleisch zugesetzte Pökelsalz und die daraus entstehende Nitrit-Belastung, trägt wesentlich zur Darmkrebsentstehung bei.
Diskutiert wird auch der Verdacht, dass eine Infektion mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori für die Entstehung eines Magenkarzinoms mitverantwortlich ist. Es entzündet die Magenwand und kann so die Wirkung von Umweltgiften auf die Magenschleimhaut verstärken.

Gibt es eine positive Wirkung von Obst, Gemüse und Vitaminen auf Krebs?

Frisches Obst und Gemüse haben eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den ganzen Körper. Da freie Radikale im Übermaß Zellschäden verursachen und so auch in Zusammenhang mit der Entstehung von Krankheiten gebracht werden, ist eine ausgewogene Ernährung wichtig.
Unklar ist, ob der auffallend positive Effekt von frischem Obst und Gemüse auch am erhöhten Faseranteil liegt. Klar ist jedoch, dass frisches Obst und Gemüse deutlich positive Effekte mit sich bringt. Die antioxidative Wirkung von Obst und Gemüse wird aktuell hauptsächlich auf die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe (Flavonoide) zurückgeführt. Diese helfen, freie Radikale zu neutralisieren. Speiseröhre und Magen werden effektiv vor Krebserkrankung geschützt. Eine erhöhte Flavonoid-Aufnahme durch Gemüse und Obst ist deshalb sinnvoll.
Nicht eindeutig belegt werden konnte bisher eine positive Wirkung von Vitamin D. Hingegen beweist eine Studie, dass viel Kaffee zu trinken das Risiko vermindert, an einem Leberkarzinom zu erkranken.
Wie eine Studie aus China zeigt, kommt es auch auf die Zubereitung an. Das Risiko an Magenkrebs zu erkranken ist in einigen Regionen erhöht. In diesen Gebieten wird fast ganzjährig eingelegtes Gemüse, sogenannte Pickles, gegessen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das eingelegte Gemüse bei langer Lagerung von Pilzen infiziert wurde und so eine Erkrankung auslöst.
Konstitution, Gewicht und Körperfettanteil sind bekannte Risikofaktoren. Starkes Übergewicht birgt erhöhtes Risiko an Brustkrebs oder auch Darmkrebs zu erkranken. Insbesondere, wenn zum Übergewicht noch eine Vorstufe der Zuckerkrankheit, also Diabetes hinzukommt. All diese Faktoren zeigen, wie komplex die Themenfelder „gesunde Ernährung“ und „Zubereitung von Lebensmitteln“ sowie „Kalorienaufnahme“ sind.